Auf freier Wildbahn, dem liebsten Spielplatz der Autoindustrie, genießen Platzhirsche inzwischen weder Artenschutz noch Schonzeit. Kaum frischte BMW das Dreier Cabrio jüngst routinemäßig auf, muss es sich – neben den ewigen Rivalen des Nobel- Viertels – respektlosen Aufsteigern wie dem neuen Saab 9-3 Cabriolet stellen. Ein Saab in der BMW-Klasse – o tempora, o mores zischelt es da durch den BMW-Grill, der nicht nur deswegen mehr an ein gefletschtes künstliches Gebiss erinnert als an die altehrwürdigen Nieren. Tatsächlich, die offene Version der neuen Saab-Mittelklasse-Limousine 9-3 muss sich zahlenmäßig nicht hinter dem arrivierten Bayern verstecken. In der etwas gehobenen Vector-Ausstattung, mit dem 175 PS starken Zweiliter-Turbo motorisiert, kostet der offene Viersitzer 37 750 Euro. Allerdings kann BMW im 325 Ci Cabrio für 38 900 Euro bereits einen Reihensechszylinder mit 192 PS Leistung anbieten.

Der Saab setzt seine längere, breitere und höhere Karosserie konsequent in Punktvorteile um, obwohl das Raumgefühl jenem des BMW entspricht. Mag die keilförmig ansteigende Saab-Gürtellinie bei einem Cabrio auf den Vordersitzen als kleine Einschränkung der Offenheit empfunden werden, so gleicht der Fond mit mehr Kopffreiheit unter dem geschlossenen Verdeck, mehr Knieraum und praktischeren Armlehnen mehr als aus. Dank der längeren Karosse und der höheren Gürtellinie ergibt sich der deutlich größere Kofferraum beim Saab quasi automatisch, gepaart mit einer ebenso praxisgerechten, um 60 Kilogramm höheren Zuladung als beim Dreier. Noch spartanischer wirkt dessen Sicher-
Zwei Cabrios, zwei Konzepte: Saab 9-3 2.ot mit Quermotor und Frontantrieb gegen BMW 325 Ci mit Längsmotor und Heckantrieb
 
 
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